Beitragsbild Strompreiserhöhung 2022 Dezember Update
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Strompreiserhöhung 2022

• Update Dezember 2021

Dieser Artikel aktualisiert die bisherigen zum Thema Strompreiserhöhung 2022.

Zur besseren Übersicht, gliedere ich das Thema in monatliche Updates.

Strom ist teuer, und es wird noch teurer.

Bleiben Sie auf dem Laufenden:


Strompreiserhöhung 2022
und die Entwicklung der Strompreise 2021 – 2022.

November Update • Stand 01.12.2021

Zusammenfassung Entwicklung der Strompreise 2021:

Der Strompreis für Haushaltsstrom liegt bisher bei knapp über 32 Cent / KWH, bei der durchschnittlichen Verbrauchsgröße von 3.500 KWH / Jahr.

Dies liegt, bereits jetzt leicht über dem Strompreis für 2020, obwohl der Anteil für Steuern und Abgaben (Stromsteuer, EEG, KWK, §19, §17, Konzessionsabgabe, Abla) im Gegensatz zu 2020 gesunken ist.

Entwicklung der monatlichen Stromkosten für Haushalte

Diagramm zeigt Stromkosten pro Monat für einen Haushalt mit 3.500 KWH Jahresverbrauch Haushaltsstrom
Zahlenquelle: BDEW • Bund der Energie und Wasserwirtschaft

Zusammensetzung des Strompreis 2021

Nicht desto Trotz beträgt der Anteil der Steuern und Abgaben, für den durchschnittlichen Verbrauch eines bundesdeutschen Haushalts 51,1% der Stromrechnung.

Der Anteil der Netzentgelte ist 7,8 Ct / KWH relativ stabil geblieben und macht am Gesamtpreis der Stromrechnung ca. 24% aus.

Somit hat dann auch der Anteil, den die reine Energie, also der Strom an sich ausmacht, den Anteil der Netzentgelte wieder überholt. 2021 beträgt dieser, zum Zeitpunkt der Fertigstellung dieses Artikels 0,23 Ct / KWH (5,6%) mehr als in 2020 und somit 25% der Gesamtkosten auf der Stromrechnung.

Anteile am Strompreis 2021 in Prozent

Anteil der Steuern und Abgaben am Strompreis für Haushaltsstrom
Quelle: BDEW • Bund der Energie- und Wasserwirtschaft

Anteile am Strompreis in Cent / KWH

Grafik zur Zusammensetzung des Strompreis
Quelle: BDEW • Bund der Energie- und Wasserwirtschaft

Strompreise auf Rekordhoch

Die Strombörsen vermelden einen Höchststand nach dem anderen, und Strom ist ohnehin schon so teuer wie nie. Die logische Folge: Die Stromanbieter in Deutschland erhöhen ihre Stromtarife und das teilweise um ein Mehrfaches.

Gründe für die Strompreiserhöhung

Immer höhere Kosten für fossile Brennstoffe und Emissionsrechte sowie schwache Erträge von Windparks sorgen für Preisrekorde an Europas Strommärkten. Der Durchschnittspreis für die Grundlast im Jahr 2022 liegt bei ca. 16 Ct / Kilowattstunde und hat sich damit innerhalb eines guten Jahres mehr als verdreifacht!

Kosten für fossile Brennstoffe und Emissionsrechte sowie die extrem schwache Windsituation sind die Haupttreiber an den Strombörsen.

Hohe Kosten für Brennstoffe und CO² treiben die Strompreise nach oben.

Strom für private Haushalte ist teurer denn je, und die Preissteigerung gewinnt an Dynamik. Lag der Preis Mitte November noch bei etwas mehr als 32 Ct, so lag er kaum 3 Wochen später bereits bei fast 35 Ct / KWH.

Für einen Durchschnittshaushalt mit 4000 Kilowattstunden Jahresverbrauch verteuert sich die Stromrechnung um satte 250 Euro.

Die EEG-Umlage wird zum Jahreswechsel von 6,5 auf 3,7 Cent je Kilowattstunde gesenkt, und dennoch haben mehrere hundert Versorger Erhöhungen angekündigt. Das bedeutet auch, wenn ein Anbieter für Strom seine Tarife um 3 Ct erhöht, dann handelt es sich in Wahrheit um eine Erhöhung von 5,8 Ct, berechnet man die Senkung der EEG Umlage mit ein.

Ganz schön viel Kohle für Strom aus Kohle.

Auf Grund des niedrigen Windertrags wird aktuell mehr Strom aus Stein- und Braunkohle gewonnen, und das führt wiederum zu einer gehobenen Nachfrage nach Kohle, welche wiederum den Preis am Rohstoffmarkt verteuert.

Aber nicht nur die Kohle selbst ist teuer. Der Schmutz, der durch die Verbrennung ausgelöst wird, müssen die Energieversorger durch den Kauf von CO² Zertifikaten kompensieren, welche aktuell zu Höchstpreise gehandelt werden.

Da zum Jahreswechsel die Co² Steuer steigt, wird sich auch das zusätzlich auf den Strompreis auswirken.

Strompreiserhöhung und CO² Zertifikate

Grafik zur Entwicklung des Co² Preises
Quelle: EEX • Energiebörse Leipzig

Strom aus Gas noch teurer als Kohlestrom

Kohlestrom ist also teuer, und doch die günstigere Alternative zu Gas. Grund hierfür: die Strompreise steigen, aber die Preissteigerung für Gas übertrifft alles. Man kann hier von einer Gaspreisexplosion sprechen, und solange Nordstream II nicht frei gegeben wird, sehe ich da auch kein Ende.

Freigabe für Nordstream 2 nicht vor dem Sommer.

Zumindest ist dies die aktuellste Aussage der Bundesnetzagentur. Solange die angespannte Situation an der russisch / ukrainischen Grenze herrscht, sehe ich auch nicht, dass die Ukraine Gas liefern würde, was durch die Mehrmengen den Druck aus den Börsen nehmen würde.

Strompreis • Entwicklung an den Börsen

An Hand des Charts vom Strommarkt für die Jahre 2022, 2023 und 2024 lässt sich die derzeit dramatische Anstieg gut nachvollziehen.

Grafik zur Entwicklung der Strompreise
Quelle: ESB Strommarkt aktuell

Ein Börsenpreis von knapp 25 Ct pro Kilowattstunde war bis vor Monaten noch völlig undenkbar, und ich möchte Sie, lieber Leser, darauf hinweisen, dass wir hier vom reinen Energiepreis sprechen. Das bedeutet, dass die Kosten aus Netz, Vermarktung und Steuern / Abgaben noch hinzu kommen.


Strompreissteigerung 2022

Dieser Grund ist neu

• Börsenpreise und Einkauf zwingen immer mehr Stromanbieter in die Knie
• Grundversorger müssen einspringen und teuer nachkaufen


Wie Stromanbieter Ihre Energie beschaffen

Stromanbieter beschaffen Energie im Voraus. Dies können sie 1 Tag im Voraus tun (hoch spekulativ), 1 Woche, 1 Monat oder auch über 1 oder mehrere Jahre .

Ich kann also im Januar 2020 den Strom, den meine Kunden voraussichtlich verbrauchen, für den nächsten Tag beschaffen, für den Januar 2021 oder sogar für das ganze Jahr 2023.

Strompreis zum Zeitpunkt der Beschaffung

Zur Preisfindung wird der Preis heran gezogen, der zum Zeitpunkt des Kaufs gilt. der Stromanbieter weiß also bereits 2020, was er für den Strom, den er in 2022 liefert, bezahlen muss.

Es handelt sich um eine Art Termingeschäft, und deshalb nennt man den Markt zur langfristigen Beschaffung auch den Terminmarkt.

Den Markt für die kurzfristige Beschaffung bezeichnet man als Spotmarkt, also auf den Punkt bzw. Verbrauchszeitpunkt genau beschafft.

Die Einkaufspolitik, also die Beschaffungsstrategie, die zu Grunde liegt, bestimmt der Stromanbieter selbst und eigenverantwortlich.

Bei der Grundversorgung macht der Gesetzgeber indes die Auflage, dass langfristig und somit kalkulierbar beschafft wird.

Grundversorger beschafft Bedarf für die Mengen der Grundversorgung

Stromanbieter beschaffen stets die voraussichtlich benötigte Menge an Strom, und ein Grundversorger kann aus den historischen Verbräuchen und der Anzahl der Abnahmestellen, recht genau einschätzen, wie hoch der Energiebedarf für die Grundversorgung sein wird.

Da die benötigten Mengen langfristig beschafft werden, ist auch die Kalkulation gesichert.

In 2021 sind jedoch viele Kunden kurzfristig in die Grundversorgung „gefallen“, weil Ihr Stromanbieter (Grünwelt / Stromio, Neckarmann Energie und weitere die Belieferung eingestellt haben, da das Konzept der Beschaffung am Spotmarkt nicht mehr aufgegangen ist.

Grundversorgern fehlen die Mengen

Die Grundversorger hatten diese Mengen allerdings nicht im Voraus beschafft, da sie dieses Szenario nicht vorher sehen konnten. Und genau diese Mengen fehlen nun und müssen nachträglich beschafft werden.

Die Preise sind allerdings, wie wir nun wissen, extrem angestiegen und so muss der Grundversorger teilweise teurer einkaufen als er den Strom verkaufen kann.

Grundversorgung teurer für alle?

Es bleibt dem Grundversorger somit gar nichts anderes übrig als die preise für die Grundversorgung anzuheben.

Und hier stellet sich nun die Frage, ob es fair ist, alle Kunden der Grundversorgung (vornehmlich sozial Schwache, Rentner) in Sippenhaft zu nehmen, weil manche Verbraucher nur auf den Preis und nicht auf das Potenzial des Versorgers geachtet haben?

Denn eines ist klar: Versorger müssen Ihre Finanzen offen legen und diese sind natürlich von einem Kunden zu prüfen. Ebenso die AGBs und auch die Beschaffung kann man anfragen.

Wenn ein Kunde das nicht tut, handelt er dann nicht fahrlässig?

Ein Frage die so mancher Grundversorger eindeutig mit „ja“ beantwortet, und er stellt deshalb den in die Grundversorgung Gefallenen einen „Sondertarif“ zur Verfügung, der über den Kosten des Grundversorgungstarifs liegt.

Verbraucherschützer wettern gegen diese Vorgehensweise, jedoch sind es auch die Verbraucherschützer, die immer wieder das Wechseln über Stromrechner der diversen Vergleichsportale als sicher bezeichnen.

In unserem Anbietercheck scheiden mehr als die Hälfte der Anbieter und Tarife, , in eben diesen Stromkostenrechnern aus, weil sie zu risikobehaftet sind.

Auch wird der, von den gleichen Verbraucherschützern empfohlene, jährliche Wechsel, aktuell denjenigen zum Verhängnis, die diesen rat genau so befolgen.

Laufzeit des Stromvertrags bedeutet auch Preissicherheit.

Hätte man nämlich, bei einem der seriösen Versorger einen Tarif mit z.B. 24-monatiger Preisgarantie abgeschlossen, wäre man nun auf der sicheren Seite und vor den aktuellen Strompreiserhöhungen geschützt.

Wir werden bei meinem nächsten Update sehen, wohin uns die Reise noch führt.

Allen Lesern, die professionell, mit Anbietercheck, Tarifcheck und Beschaffung nach Börsenlage betreut werden möchten, bite ich ein persönliches Beratungsgespräch an.

Hier klicken und Wunschtermin reservieren.

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Was Kostet Strom pro KWH in 2022?

Aktuell werden Energiepreise von mehr als 30 Ct immer wahrscheinlicher.

Hinzu kommen die Kosten aus Netz, Steuern und Abgaben mit mehr als 20 pro Kilowattstunde.

Je nach Region werden Tarife mit einem Arbeitspreis von 50 Ct und mehr, bald keine Seltenheit mehr sein.

Fragen Sie uns gerne nach auf Sie zugeschnittenen Informationen an:

Liebe Grüße aus der Tarifbörse in Ludwigshafen und bis zum nächsten Update.

Markus Häberle

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